Aufruf zum Heimspiel gegen Düsseldorf (09.11.15): Kein Olympia in Hamburg!

Fast die gesamte Stadt scheint momentan dem Olympia-Wahnsinn verfallen zu sein. Was sich wie ein tolles Sportereignis anhört, hat für die Bevölkerung gravierende Konsequenzen: Verschärfte Sicherheitsmaßnahmen, steigende Mieten, eine zweite HafenCity, die mit Kürzungen im sozialen Bereich, steigenden HVV-Preisen und ähnlichem refinanziert wird. Wichtige Standorte des Hamburger Konzepts sind die Messehallen und das Millerntorstadion auf St. Pauli.

Auf der jährlichen Versammlung des Fanclubsprecherrats des FC St. Pauli haben sich die Delegierten der über 600 offiziellen Fanclubs bei einer Abstimmung klar und deutlich gegen die Bewerbung Hamburgs für Olympische Spiele ausgesprochen.
Bis zum 29.11. können die wahlberechtigten Hamburgerinnen und Hamburger darüber abstimmen, ob sich die Hansestadt bewerben soll. Setzen wir daher auch bei uns im Stadion ein deutliches Zeichen: Gegen den weiteren Ausverkauf unserer Stadt, gegen Verdrängung und Kürzungen! Keine Olympischen Spiele in unserem Stadion – und auch nicht anderswo! Lasst uns gemeinsam beim nächsten Heimspiel am 09. November gegen Düsseldorf Flagge zeigen: Bringt Tapeten, Banner, Pappen und ähnliches mit!

Olympia-Wahnsinn stoppen! Für ein buntes St. Pauli und eine Stadt für alle!

Zeckensalon 2015

Nolympia Kampagnen-Logo

Aufruf des Zeckensalons zum geplanten Nazihool-Aufmarsch am 15.11.2014


Wir sind Sankt Pauli
Kein Platz für Nazis – auf den Straßen, in den Kurven, in den Köpfen

Pogromstimmung in Köln

Es war der größte Aufmarsch deutscher Rassisten der vergangenen Jahre. Dem Aufruf der von der rechtsextremen PRO NRW angemeldeten Demonstration folgten mehrere Tausend Teilnehmer. Sich selbst als „Hooligans“ stilisierende Anhänger verschiedener Fußballvereine, Mitglieder verschiedenster rechtsextremer Parteien, „ganz normale Bürger“ (O-Ton) im „Auschwitz University“-T-Shirt – in Köln versammelten sich deutschnationale und völkische Rassisten jeglicher Couleur, vorgeblich „gegen Salafisten“. „Salafismus ist dabei nur ein Füllwort, das sich angesichts des derzeitigen Weltgeschehens aufdrängte und als Platzhalter für MigrantInnen schlechthin steht“ (Jungle World). „HoGeSA“ und andere sehen sich durch die, angesichts steigender Flüchtlingszahlen, neu entfachte rassistische Stimmungsmache in Teilen der Gesellschaft bestätigt und imaginieren sich als vermeintliche Vollstrecker des „Volkswillens“.
NS-Parolen skandierend, Steine und Flaschen werfend, zog der Mob von Köln stundenlang weitgehend ungehindert durch die Domstadt. Immer wieder kam es aus der Demonstration heraus zu Übergriffen auf AnwohnerInnen, JournalistInnen und MigrantInnen. Ein japanisches Restaurant wurde gezielt angegriffen.

Das Märchen einer „neuen Qualität der Gewalt“

Verfassungsschutz, Polizei und Politik zeigten sich von den Attacken überrascht und sprachen von einer „neuen Qualität“ der Gewalt. Ein Hohn angesichts der Kontinuität rechtsextremer und rassistischer Gewalt. Das Phänomen HoGeSa ist mitnichten neu. Getragen von der rassistischen Grundstimmung im wiedervereinigten Deutschland wurden die Stadien Anfang der 90er Jahre zum Sammelbecken gewaltbereiter Rechtsextremisten. Der tendenziell eher linken Ultrabewegung in Deutschland mit ihrer guten Antidiskriminierungsarbeit ist es zu verdanken, dass Rassisten vielerorts die Vorherrschaft über die Fanszenen verloren bzw. die Kurven verlassen haben.
Im Zuge der wieder aufkeimenden rassistischen gesellschaftlichen Grundstimmung erhalten rechte Fangruppierungen neuen Zulauf. In Aachen, Braunschweig oder Duisburg wurden linke Ultragruppierungen bereits gewaltsam von den Rechten verdrängt – unter den Augen der Polizei und zum Teil mit Billigung der Vereinsspitzen.

Kein Fußbreit den Rassisten

Die Fanszene des FC Sankt Pauli steht für eine kompromisslose antirassistische Grundhaltung. Eine Demonstration von HoGeSa oder anderen Faschisten werden und können wir daher nicht einfach so hinnehmen.
Wir rufen daher alle Fans und Freunde unseres Vereins dazu auf, sich an den Gegenaktivitäten gegen den geplanten Nazihool-Aufmarsch am 15.11.2014 in Hannover zu beteiligen.

Zeigen wir gemeinsam, klar und deutlich, dass für Rassismus bei uns kein Platz ist – auf den Straßen, in den Kurven, in den Köpfen. Alerta!

Zeckensalon St. Pauli

FCSP

7.9. Soli-Konzert für FC Lampedusa: DUESENJAEGER + COUNTDOWN TO ARMAGEDDON

Soli-Konzert mit Duesenjaeger (Osnabrück) & Countdown to Armageddon (Seattle, USA) in den Fanräumen im Millerntorstadion, Heiligengeistfeld 1a.

Überschüsse gehen an den FC Lampedusa HH
Einlass 20 Uhr/ Beginn 21 Uhr

DUESENJAEGER:
Seit der Gründung in der Silvesternacht 1999 ging es immer um Fernweh und Flucht aus einem unerträglichen Alltag. Emoll. Melancholisch, treibend und wütend. Deutschpunk, Punkrock mit deutschen Texten. Trotz fehlender Omnipräsenz: duesenjaeger nennt man, um diesen Musikstil zu umschreiben, in einem Atemzug mit muffpotter oder auch Turbostaat. Die musikalische Basis der Band liegt hörbar Genre übergreifend im Gitarrenunderground der 80er.
http://duesenjaeger.bandcamp.com/

COUNTDOWN TO ARMAGEDDON is a 3-piece post-punk crust band from Seattle, Washington. Thick layers of reverb and chorus-effected darkwave riffs, sometimes reminiscent of early KILLING JOKE or AMEBIX, weave in and out of the lines between punk, hardcore, and d-beat crust. Lyrically, their songs address the conflict between the artificial and natural worlds, and the struggle to preserve humanity in an increasingly digitized and bleak dystopian future.
http://countdowntoarmageddon.bandcamp.com/

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Orga: Erweitertes Wohnzimmer + Freundinnen und Freunde des Centro Sociale e.V. + Zeckensalon

Soli-Konzert

25.7. Just for the atmosphere or more? International supporters at the Millerntor

Diskussionsveranstaltung des ZeckenMuseumsSalons in englischer Sprache mit internationalen Gästen im Rahmen der Eröffnung der temporären Museumsausstellung “Fuck you, Freudenhaus! Ausstellung zum Werden und Bleiben eines Stadion” (26.7. – 30.8.) in der Gegengerade.

Manche Fans wohnen nicht im Viertel, nicht mal in Deutschland – für sie ist die Fahrt ans Millerntor mit viel mehr Aufwand verbunden als nur ein paar Schritte aus der Haustür zu stolpern. Doch warum reisen eigentlich internationale Gäste zum Teil schon seit Jahrzehnten immer wieder ans Millerntor? Geht es dabei vor allem darum mal wieder ein nettes Wochenende auf St. Pauli zu verbringen, schön “oldschool” auf der Tribüne zu stehen und dort ein paar Bierchen zu trinken? Oder geht es bei vielen internationalen BesucherInnen nicht doch um viel mehr als das?

Wir haben deshalb internationale Gäste aus Schottland zu Besuch, die über ihre Gründe und Erfahrungen am Millerntor berichten werden. Wie sehen zum Beispiel unsere schottischen Freunde und Freundinnen die Entwicklungen am Millerntor?

Mit dabei:
Alan – schon seit den 90ern regelmäßig am Millerntor und ganz sicher nicht nur wegen des Biers
Paul – Sänger der Band The Wakes. Eines der Highlights seiner „St. Pauli-Karriere“ war es, zum Abschluss des Jahr100-Festivals You Never Walk Alone zu spielen.
Alan White – Initiator von Glasgow United FC, Fußballteam zur Inklusion von Flüchtlingen und sozial Schwachen

Beginn: Fanladen öffnet um 20 Uhr, Beginn 20:30 Uhr
Anschließend spielen Paul und Chris von den Wakes noch ein paar Songs im Fansaal.

Übrigens: KIEZHELDEN unterstützen United Glasgow FC und werden rund um das Freundschaftsspiel Geld für die Initiative sammeln. Mehr Informationen über die beiden Initiativen: http://unitedglasgowfc.eu/ http://www.kiezhelden.com/

3.7. Schland in Schwarz-Rot-Gold: Die Normalisierung des Nationalismus

Schland in Schwarz-Rot-Gold: Die Normalisierung des Nationalismus
3. Juli | 19:30 Uhr | Fanräume im Millerntorstadion

Spätestens seit der Fußballweltmeisterschaft der Männer 2006 in Deutschland ist Flagge zeigen wieder hip. Der „ganz normale“ Patriotismus darf wieder entspannt gefeiert werden. Wenn allerdings ein in Deutschland geborener Deutscher wie Mesut Özil, dessen Muttersprache Deutsch ist, den Integrationsbambi verliehen bekommt und die BILD-Zeitung bei jedem Länderspiel penibel drauf achtet, ob er auch die Nationalhymne mitsingt, wird offensichtlich, dass dieser neue sogenannte „Partyotismus“ nicht so normal und weltoffen ist, wie seit 2006 inflationär beschworen wird.

Wie eine solche Normalisierung von Nationalismus vonstattengeht und welchen Mechanismen (insbesondere Rassismus) dafür nötig sind, wird bei dieser Veranstaltung in einem Vortrag mit anschließender Diskussion herausgearbeitet.

Referentin: Lena Nehlsen (Soziologin)

http://img.welt.de/img/bildergalerien/crop106622585/8650714936-ci3x2l-w580-aoriginal-h386-l0/Public-Viewing-Fu-ball-EM-2012.jpg

11.06. Die WM in Brasilien: Zwangsräumungen, das Recht auf Stadt und Proteste in Rio de Janeiro

11.06. Die WM in Brasilien: Zwangsräumungen, das Recht auf Stadt und Proteste in Rio de Janeiro. Vortrag und Diskussion mit Phyllis Bußler (KoBra – Kooperation Brasilien e.V.) in den Fanräumen im Millerntorstadion (19:30 Uhr).

Vergangenen Juni protestierten die Menschen in Brasilien nicht nur gegen zu hohe Fahrpreise und mangelnde politische Mitsprache, sondern vor allem auch gegen die Fußball-WM der Männer mit der sich das Land vor einem internationalen Publikum medial als touristenfreundliche Metropole inszenieren möchte. Die urbanen Eingriffe und Investitionen in die Struktur der Ausrichterstätte gehen einher mit einer massiven Immobilienspekulation, der Zwangsräumung der ärmeren Bevölkerung aus aufgewerteten Gebieten sowie stetig ansteigenden Lebenshaltungskosten. Der polizeilichen Repression und der (medialen) Kriminalisierung sind nicht nur die Bewohner_innen von Favelas ausgesetzt, sondern auch Demonstrant_innen und sozialen Bewegungen, ebenso wie informellen Händler_innen, Obdachlose und Straßenkinder.

Neben der Frage, welche politischen und wirtschaftlichen Interessen hinter der Austragung sportlicher Großereignisse stehen, geht der Vortrag, unter Berücksichtigung des Rechts auf Stadt, dem Thema der Zwangsräumung und Vertreibung nach. Nicht zuletzt wird auf Initiativen aus der Zivilgesellschaft eingegangen, wie sie sich z.B. in den Ausrichterstädten in Form der Comitês Populares da Copa (sog. Volkskomitees) artikulieren.

Referentin: Phyllis Bußler, Köln // KoBra – Kooperation Brasilien e.V.

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Eine Veranstaltung vom Zeckensalon, dem St. Pauli Roar – Soli-Espresso und Avanti Hamburg.

Mehr Infos:
http://zeckensalon.blogsport.de/
http://stpauliroar.blogsport.de/
http://www.avanti-projekt.de/hamburg

http://www.spox.com/de/sport/fussball/wm/wm2010/1311/Bilder/proteste-brasilien-confed-cup-600.jpg

25.04. Quo vadis (Ultra-)Fans in Schweden? Der brutale Naziangriff auf den linken Ultra-Aktivisten Showan und die Folgen

Am 25. April werden wir im Rahmen des Zeckensalon in Zusammenarbeit mit dem St. Pauli Roar (Soli-Espresso) und der Alerta Network-Gruppe von USP eine Veranstaltung zu (Ultra-)Fans in Schweden im Allgemeinen und bei Malmö FF im Speziellen durchführen. Als Gäste werden wir hierzu zwei Aktivisten der Supras aus Malmö begrüßen dürfen. Die Diskussions- und Infoveranstaltung findet wie gewohnt um 20 Uhr im Fanladen St. Pauli statt.

Supras Malmö ist eine Ultra-Gruppe von Malmö FF, in der auch Showan Shattak aktiv ist. Showan wurde vor einigen Wochen mit weiteren linken AktivistInnen brutal von Nazis mit Messern auf offener Straße angegriffen und lag daraufhin eine Woche lang im Koma. Ob er bleibende Schäden davonträgt, kann leider immer noch nicht komplett ausgeschlossen werden.

Showan ist kein unbekannter, sondern er hat maßgeblich die schwedische „Football fans against homophobia“-Kampagne mitbegründet. Bereits im Vorfeld wurde immer wieder auf rechten Internetplattformen gegen den Ultra-Aktivisten gehetzt.
Die aktive Fanszene von Malmö FF hat sich seit dem Angriff auf Malmö klar gegen Rechts positioniert und diverse Solidaritätsaktionen sowohl im Stadion als auch darüber hinaus durchgeführt – auch gegen den Widerstand von Vereinsführung und Verband, die politische Spruchbänder verhindern wollten.
Solche Aktionen sind in Schweden jedoch bisher eine Seltenheit, da dort die Mär von der „unpolitischen Fankurve“ weit verbreitet ist und leider auch so in vielen Stadien gelebt wird. So findet sich nicht selten in den Fankurven eine nicht unerhebliche Anzahl von Nazis ein, die ungestört ihre „unpolitischen“ Ansichten verbreiten können.

Gemeinsam mit unseren Gästen von den Supras Malmö wollen wir daher den Fragen nachgehen, inwieweit (linke) Politik und eine klare Positionierung bei den Ultras eine Rolle spielt und vielleicht nun in Zukunft nach dem Naziangriff spielen kann und muss, wie konkret die darauf folgende gemeinsame Solidaritätsarbeit von den Supras und den linken Gruppen in der Stadt aussah und wie es generell um Nazis in Schweden bestellt ist.

Kämpa Showan – Inga nazister i vår stad eller på vår läktare! / Keine Nazis in unserer Stadt und auf unseren Tribünen!

Kämpa Showan

29.3. Schlimmer geht’s immer: Zur aktuellen Situation von (Ultra-)Fans in Schottland

29.3. Schlimmer geht’s immer: Zur aktuellen Situation von (Ultra-)Fans in Schottland – Info- & Diskussionsveranstaltung mit einem Aktivisten von „Fans Against Criminalisation“ und Mitglied der Green Brigade im Fanladen St. Pauli | 14 Uhr

Wir beklagen uns – zu Recht – über zunehmende Repression von Fans im „modernen Fußball“. Noch schwieriger als in Deutschland ist die Situation allerdings in Schottland. Spezialgesetze, die es der Polizei erlauben, fast willkürlich Macht auszuüben, reine Sitzplatzstadien, strenge Regeln aus Gründen der „Health & Safety“, eine recht geringe gesellschaftliche Verbreitung und Akzeptanz von „aktiver“ Support-Kultur und Ultrà engen den Spielraum der Fans ein, die mehr wollen, als 90 Minuten zu sitzen und auf Befehl zu klatschen. Viele Fans sahen sich in letzter Zeit mit Hausdurchsuchungen, Gerichtsprozessen und langfristigen Stadionverboten konfrontiert – keinesfalls für Gewalttaten, sondern z. B. für das Singen von Songs.

Gleichzeitig entsteht unter diesem Druck aber auch eine Gegenbewegung, die Einschränkungen kreativ umgeht und sich zunehmend effektiver organisiert. Wir haben Mairtin aus Glasgow zu Gast, Mitglied der Green Brigade (aktuell die einzige relevante Ultrà-Gruppe in Schottland) und Aktivist bei Fans Against Criminalisation (FAC). Er wird etwas zur aktuellen Situation der Fans und insbesondere der Green Brigade und der FAC erzählen, zur Entwicklung, die dahin geführt hat und was die Herausforderungen für die Zukunft sind. Anschließend besteht die Möglichkeit für Rückfragen und Diskussion.


Die Veranstaltung findet im Rahmen des St. Pauli-Celitc-Wochenendes in Kooperation mit dem St. Pauli CSC statt + mit freundlicher Unterstützung des FCSR.

28.02. Gefahrengebiet Fankurve – Über das komplizierte Verhältnis von Fußball, Fans und Polizei.

28.2.: Gefahrengebiet Fankurve – Über das komplizierte Verhältnis von Fußball, Fans und Polizei. Vortrag und Diskussion mit Jan Tölva* sowie einem Vertreter der braun-weißen Hilfe im Fanladen St. Pauli (20 Uhr).

Für viele Fußballfans ist die Polizei ein Feindbild und das nicht ohne Grund. Beleidigungen und der willkürliche Einsatz von Schlagstock und Pfefferspray gehören zum gefühlten Standardrepertoire der Bereitschaftspolizei. Fans, so scheint es, sind für die Polizei in allererster Linie ein Problem und erst in zweiter Linie Menschen. Immer wieder werden Fußballspiele zum Anlass genommen den Rahmen der Möglichkeiten bei der Einschränkung von Grundrechten noch ein wenig weiter auszureizen.

Es gibt jedoch auch die andere Seite. Die Beamt_innen der Bereitschaftspolizei müssen oft ausbaden was irgendwer hinter irgendeinem Schreibtisch weiter oben in der Hierarchie sich ausgedacht hat. Für Fußballfans sind sie oft in erster Linie Feindbild und erst in zweiter Linie Mensch. Sind wirklich alle Bullen Schweine oder liegt das Problem nicht doch eher anderswo? Bei der Politik etwa, die nicht unterscheiden kann zwischen Ultras und den Taliban. Oder bei den Vereinen und Verbänden, die um Umsätze und Gewinnmargen fürchten, denn immerhin ist Fußball ein Geschäft.

Es ist schwierig, über das Thema Polizei zu reden, wenn wir alle schon selbst Polizeigewalt zu spüren bekommen haben oder zumindest Zeug_innen waren, wenn andere verprügelt, eingenebelt oder mit drei Polizist_innen auf ihnen kniend am Boden fixiert wurden. Es ist schwierig, aber nötig.

*Jan Tölva ist freier Journalist, Soziologe und Fußballfan und lebt derzeit in Berlin.
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Die Ver­an­stal­tung wird in Ko­ope­ra­ti­on mit dem Fan­club­spre­cher­rat (FCSR) durch­ge­führt.

08.02. Stadtteilversammlung: Was passiert mit St. Pauli | Was passiert mit dem ESSO-Häuser Gelände | St. Pauli selber machen!

Vergammeln lassen, räumen, abreißen, neu bauen, abkassieren …

… die Esso-Häuser stehen exemplarisch für den seit Jahren auf St. Pauli stattfindenden Verdrängungsprozess. Machen wir uns gegenseitig schlau über die aktuellen Entwicklungen im Stadtteil – tragen wir das Wissen um Esso-Häuser, Gefahreninseln, “Business lmprovement District (BIO) Reeperbahn”, Privatisierungs- und Gentrifizierungsprojekte zusammen.

Samstag, 8. Februar 2014 -16:00 Uhr (Einlass ab 15:30 Uhr)
Ballsaal des FC St. Pauli

Jetzt geht’s ums Ganze …

… denn in den vergangenen Wochen hat sich gezeigt, wie weit die Entdemokratisierung bereits gediehen ist: Kriminalisierte Proteste, Fans die als Hooligans denunziert werden, erfundene Polizeipressemitteilungen, Räumung der Häuser auf Basis von subjektiven Wahrnehmungen. Jetzt sollen die Besitzer der Essohäuser durch beschleunigten Abriss und neuen B-Plan auch noch für den jahrelangen Verfall belohnt werden. Bald soll der privatisierte Spielbudenplatz zum “BID Reeperbahn” auf Gefahrengebietsinselgröße aufgeblasen – und unser öffentlicher Raum unter die Regie der Grundeigentümer gestellt werden. Das, und was mit dem Esso-Häuser Gelände geschieht, wird das Gesicht des Stadtteils, seine sozialen Strukturen und unser Leben entscheidend prägen- und sich auf unsere Mieten auswirken.

Wollen wir uns mit Beteiligungsshows am Katzentisch von Bayerischer Hausbau und Politik abspeisen lassen, wenn entschieden wird, was auf die Riesenfläche am Anfang der Reeperbahn gebaut wird? Wie kann ein alternativer Planungsprozess auf den Weg gebracht werden? Wie können wir die Gewerbetreibenden bei ihrem Kampf um Ausweichmöglichkeiten und garantierte Rückkehrrecht unterstützen? Lässt sich ein Business lmprovement District genauso schnell wie ein Gefahrengebiet mit Klobürsten weg putzen? Darüber möchten wir mit möglichst vielen Leuten reden.

Kommt alle, bringt Ideen, Freund_innen und Nachbar_innen mit!
St. Pauli selber machen!

Samstag, 8. Februar 2014 -16:00 Uhr (Einlass ab 15:30 Uhr)
Ballsaal des FC St. Pauli
Südtribüne. Eingang neben dem Clubheim,
Zugang über Budapester Str./ Harald-Stender-Platz

Es laden ein:
SOS St. Pauli
Initiative ESSO-Häuser
Zeckensalon
Gezi Park Fiction
Fanladen St. Pauli
Ständiger Fanausschuss des FC St. Pauli

Link: http://www.sos-stpauli.de/stadtteilversammlung-was-passiert-mit-st-pauli-was-passiert-mit-dem-esso-hauser-gelande-st-pauli-selber-machen/

Stadtteilversammlung