Archiv für Januar 2011

Fanclub-Aktion beim Köln-Spiel verschoben

Erstmal ein großes Sorry für all die Verwirrung, die seit gestern Abend entstanden ist. Aber in einigen Gesprächen und Diskussionen im Anschluss an den sehr gelungenen Stadtteilrundgang gestern Abend kam zum Ausdruck, wie groß das Chaos überhaupt ist. Wie viele Fanclubs wissen von der Aktion? Wie groß wird die Teilnahme sein? Ist es nicht sinnvoller, diese nochmals breiter anzukündigen? Fragen über Fragen, auf die es gestern keine abschließenden Antworten gab. Dementsprechend die Entscheidung: VERSCHIEBEN der Aktion auf das Spiel in zwei Wochen, um möglichst vielen Fanclubs die Zeit zu geben, teilzunehmen. Diese Entscheidung wurde keinesfalls vom Zeckensalon als solchem getroffen. Menschen, welche unter anderem im Zeckensalon organisiert sind, haben diese getroffen.
Der Wunsch und das Ziel ist einfach, die Aktion in zwei Wochen möglichst groß durchzuziehen! Aber alle anderen Formen des Protests sind am Samstag gerne gesehen und absolut notwendig.

Der Protest geht weiter

Liebe Sankt Paulianer_innen,
etwas über eine Woche ist es nun her, als das Millerntor nicht in braun-weiß, sondern in Rot-Schwarz erstrahlte. Den Farben des Protestes gegen die zusehends ausufernde Kommerzialisierung im Stadion und parallel dazu im Stadtteil, die sich die Fanschar unseres einzigartigen FCs selbst gegeben hat. In der Zwischenzeit gab es ein Gespräch zwischen dem Ständigen Fanausschuss und Vereinsvertretern (Präsidium, Aufsichtsrat, Vermarktung), wo unter anderem die Petition der Sozialromantiker besprochen
wurde.

Beide Seiten – auch wenn Herr Orth von einem „Wir“, von „einem Lager“ spricht, was explizit positiv zu werten ist – haben in der Nachbereitung des Gesprächs ihr Resumee an die Öffentlichkeit kommuniziert. Der Verein vertreten durch sein Oberhaupt Stefan Orth mittels einer Pressekonferenz, der StFA mittels offenen Briefes. Und trotz des „einen Lagers“ unterscheiden sich beide Stellungnahmen in ihrer Auswertung des Gesprächs – gerade in Hinblick auf die Sozialromantikerpetition. Auch der Stein des Anstoßes selbst, die Sozialromantikerinitiative, hat mittlerweile in einem offenen Brief ihrerseits Stellung zu dem Gespräch, bzw. vielmehr zu den dazu in der Öffentlichkeit getätigten Aussagen bezogen. Es sind weiterhin, so die Sozialromantiker, viele Punkte derPetition keineswegs geklärt und so wird weiter gefordert, dass beispielsweise Susis Loge gekündigt wird. Beim letzten Zeckensalon haben wir den Text der Sozialromantiker gelesen und konnten uns in seiner Aussage wiederfinden. Wir unterstützen daher weiter die Forderungen der Sozialromantiker, wenngleich wir natürlich auch erkennen, dass gewisse Zeit zur Umsetzung der Forderungen von Nöten ist. Das hält uns aber nicht davon ab, weiter klar zu zeigen, dass sich die Fanszene im Protest befindet und wir uns nicht mit den bisher getätigten Aussagen zufrieden geben. Beim Heimspiel gegen Freiburg gab es zum Einlauf der Mannschaften eben keine Choreografie, das war ein Aufschrei einer Fanszene, die bereit ist für ihre Werte und Ideale zu kämpfen.

Darum rufen wir jede_n dazu auf, seinen_ihren Fanclubnamen in schwarzen Lettern auf rotem Grund auf Tapete zu malen und zum Anpfiff der zweiten Halbzeit zu präsentieren. Begleitend dazu wird es ein Spruchband geben, mit der sinngemäßen Aussage, dass all jene Fanclubs sich weiterhin im Protest befinden und weiterhin hinter den Forderungen der Sozialromantiker stehen. (Fans, die keinen Fanclub haben, können sich ja einen Namen ausdenken, merkt doch eh keiner ;-) ) Ferner rufen wir dazu auf, auch weiterhin den Jolly Rouge ins Stadion zu tragen – unser Kampf hat gerade erst begonnen.

Für alle Fans und Fanclubs, die keinen geeigneten Ort zum Basteln haben, versuchen wir noch geeignte Orte zu finden und werden euch entsprechend auf dem Laufenden halten.
Bring Back Sankt Pauli!

Zeckensalon im Januar 2011

Nachtrag: Der erste Basteltermin steht nun fest: Donnerstag, 27.01.2011 ab 18h00 im Gängeviertel. Kommt vorbei.

Zur Erinnerung: Zeckensalon am 21.01.2011

Sehr geehrte Damen und Herren,

der Notwendigkeit wegen findet der nächste Zeckensalon schon am Freitag, den 21.01.2011 um 20h statt – wie immer im Fanladen. Wir wollen die Gelegenheit nutzen, um uns über die Aktionen rund um den vergangenen Spieltag auszutauschen und vor allem, um gemeinsam zu überlegen, wie es nun weiter gehen soll.

Denn was war das denn bitte für ’ne Woche, die da hinter uns liegt? Als diese anfing, lief die Vorbereitung für Jolly Rouge auf Hochtouren, große Teile der Fanszene machten sich zum Protest bereit. Eine Demo wurde kurzerhand ins Leben gerufen und von vielen Seiten ob eines möglicherweise verfrühten Zeitpunkts kritisiert. Es wurde diskutiert und gestritten, gebastelt und gemalt, getextet und kopiert. Das war der erste Erfolg, es wurde sich endlich wieder inhaltlich auseinandergesetzt und füreinander eingesetzt, Bewusstsein geschaffen und geschärft.

Am Samstagnachmittag dann ein Stadion in Rot-Schwarz und abends trotzten 3500 St. Paulianer_innen auf der Demonstration durch das Stadtviertel Wind und Wetter. Das war der zweite Erfolg: eine solidarische Fanszene, ein unüberhörbares und unübersehbares Signal und das Gefühl: “Da geht was! Wir haben hier immer noch ein Wörtchen mitzureden!”

Die Vereinsoffiziellen heuchelten am Samstag Abend schon deutlich leisere und versöhnlichere Worte, wo man sich doch zuvor noch so weit aus dem Fenster lehnte. Wenn wir uns am kommenden Freitag im Zeckensalon sehen, haben Vertreter der Fanszene bereits mit dem Präsidium Gespräche geführt. Nun, reden kann zwar etwas bringen – muss es aber nicht. Deshalb bleiben wir am Ball und sehen uns am Freitag im Fanladen.

Besonderer Dank gebührt an dieser Stelle unserem Vizepräsident Stenger, einem ausgewiesenen Kenner der St. Pauli Fanszene, der durch die Interviews in großen Hamburger Tageszeitungen der Mobilisierung den richtigen Schwung verlieh.

Demo-Aufruf des Zeckensalons

Nach dem Heimspiel 18 Uhr: Demo vom Südkurvenvorplatz zum Bernhardt-Nocht-Quartier

--- BRING BACK SANKT PAULI – RECLAIM YOUR VIERTEL ----

Sie machen alles zu Plastik, das ist völlig egal
Sie nehmen den Zorn, die Wut, die Rebellion und ab ins Regal
damit die Masse mutig denkt, sie wäre gegen den Trend
während in Wirklichkeit alles grau und artig mit ihm rennt
[… But Alive]

Ganz normal Kapitalismus: Beim FC St. Pauli wird ausgequetscht, verramscht, aufpoliert und immer wieder ausgelotet, wie weit der Kommerz noch getrieben werden kann. An Beispielen hierfür mangelt es nicht: Mit Logen und Business-Seats biedert sich der Verein einer zahlungskräftigeren Klientel an, obwohl der Bedarf an günstigen Stehplätze größer ist als je zuvor. Das Fussballspiel wird zum Event, marketing-kompatibel aufbereitet, und fragwürdige Sponsoren mit ebenso fragwürdigen Werbeaktionen degradieren den Fan zum entwürdigten Konsumenten. Anhänger anderer Vereine gucken tatsächlich oft noch neidisch zu uns hinüber, wie privilegiert die Fans des FC Sankt Pauli zu sein scheinen; hier scheinen einige Dinge angeblich noch anders zu laufen. Mittlerweile muss mensch gar nicht mehr so genau hinsehen, um diese Annehmlichkeiten als Farce zu entlarven. Vielmehr schlägt einem diese Farce Spieltag für Spieltag mit zunehmender Härte ins Gesicht.

Das vielzitierte „non established“ ist nicht plötzlich vom Himmel gefallen. Vielmehr ist es das Resultat einer kritischen und kämpferischen Fanszene, die nicht ihr Hirn am Stadioneingang abgibt und beim Verlassen des Stadions im Vollsuff vergisst, dieses auch wieder abzuholen. Undankenswerter Weise ist, wie könnte es in diesen gesamtgesellschaftlichen Verhältnissen auch anders sein, dieses Image der Vermarktungsmaschinerie zum Opfer gefallen und ausgelutscht worden bis zum geht nicht mehr. Übrig bleibt eine Hülle, für die mensch sich schämt, wenn sich Leute damit schmücken, die so gar nichts mit den damit zusammenhängenden Idealen zu tun haben oder eben diese Hülle wieder einmal als Gelddruckmaschine herhalten muss.

Das Ganze passiert auch nicht erst seit gestern. Aber diese Entwicklung nahm in letzter Zeit eine derartige Dynamik an, dass wir es nicht mehr aushalten und laut schrei(b)en: „Ya basta!“, „Enough is enough!“, „Es langt!“. Mittlerweile ist nichts mehr zu dämlich, peinlich, sexistisch, um es nicht zu Geld zu machen. Eben jener Entwicklung sollte eigentlich mit den auf dem Fan-Kongress entworfenen Leitlinien Einhalt geboten werden. War wohl nix. Einmal mehr wurden wir, die Fans, verarscht und für blöd verkauft in der Hoffnung, der Aufschrei würde wohl nicht allzu laut ausfallen. Das hat beim Millerntaler schon nicht funktioniert und auch hier und jetzt wollen wir diese Hoffnung platzen lassen und ein unübersehbares Zeichen setzen. Die Sozialromantiker-Ini und Jolly Rouge haben einige Medienpräsenz erfahren, die Vereinsoffiziellen stehen unter Druck und wollen in dieser Angelegenheit auf Dialog, sprich Besänftigung, setzen. Wir wollen uns aber nicht besänftigen lassen und bevor ein Dialog auf Augenhöhe stattfindet kann, müssen erst einmal die Verhältnisse gerade gerückt werden. Denn wir, die Fans, wir sind der Verein! Alles, was im Namen des FC St. Pauli geschieht, geschieht auch in unserem Namen. Und wir sind viele, die sagen: „Nicht mit uns“!

Der Fussball und damit auch speziell der FC Sankt Pauli kann keine Wohlfühl-Oase außerhalb der eh schon beschissenen Zustände „da draußen“ sein. Das bilden wir uns auch nicht ein. Allgemein sind die aktuellen Entwicklungen beim FC und im Viertel nicht von einer kapitalistischen Vergesellschaftung zu trennen, die tendenziell Alles zur Ware und zum Objekt der Profitmaximierung degradiert. Um die Ursachen für die aktuellen Probleme zu beseitigen erscheint eine grundsätzliche Kritik an der kapitalistischen Normalität sinnvoll. Deshalb suchen wir den Schulterschluss zu denen, die ebenfalls massiv unter diesen Zuständen zu leiden haben. Insbesondere die Menschen, die diesen Stadtteil ausmachen und den Verein in den letzten beiden Jahrzehnten so stark geprägt haben, bleiben auf der Strecke: Viele von ihnen mussten schon umziehen oder können sich zunehmend die Mieten in „ihrem“ Stadtteil nicht mehr leisten.

Aus diesen Gründen rufen wir am Samstag nach dem Spiel des FC Sankt Pauli gegen den SC Freiburg zu einer Demo auf. Diese startet um 18h mit einer Kundgebung auf dem Südkurvenvorplatz, um unserer Wut dort Ausdruck zu verleihen, wo sie der Adressat, das Präsidium, nicht überhören kann. Danach ziehen wir weiter zum Bernhard-Nocht-Quartier, ein Ort, der für die sozialen Kämpfe (nicht nur gegen Gentrifizierung im Stadtteil Sankt Pauli) steht.

Zeckensalon im Januar 2011

15.01. Demo: BRING BACK SANKT PAULI – RECLAIM YOUR VIERTEL

Hier der Demo-Aufruf verschiedener AnhängerInnen des FC Sankt Pauli und StadtteilaktivistInnen:

Nicht nur beim FC Sankt Pauli rumort es gerade gewaltig in der Fanszene über eine zunehmende Kommerzialisierung – vielmehr ist auch ein ganzes Viertel von einer zunehmenden Ökonomisierung betroffen. Zählte der Stadtteil Sankt Pauli noch vor einigen Jahren zu den ärmsten Stadtteilen in Deutschland, ist er für viele Menschen tatsächlich unbezahlbar geworden. Es wird Zeit diesen Entwicklungen gemeinsam entschieden entgegenzutreten!

BRING BACK SANKT PAULI – RECLAIM YOUR CLUB AND YOUR VIERTEL!
FANS UND EIN GANZES VIERTEL SEHEN ROT UND SCHLAGEN GEMEINSAM ZURÜCK!

RECLAIM YOUR CLUB
Die Entwicklung beim FC Sankt Pauli kennt gerade nur eine Richtung. Auf der Suche nach immer neuen Absatzmärkten und Umsatzsteigerungen bleiben zunehmend die gemeinsamen und zwischen der Fanszene und dem Verein ausgehandelten Ideale auf der Strecke. Der Verein richtet sich mit seinem Vorgehen nicht mehr an die Bedürfnisse von MitgliederInnen, Alteingesessenen und jungen Fans. Vielmehr werden diese Menschen zunehmend durch immer weiter steigende Ticketpreise aus dem Stadion gedrängt. Anstatt vermehrt bezahlbare Steh- und Sitzplätze zu bauen, hat das Millerntor nach bisher zwei neugebauten Tribünen schon jetzt mehr Business-Seats als die „Allianz-Arena“ des FC Bayern. Das Ziel, so scheint es, ist eine perfekte Kulisse für den idealen Konsumenten, den es gar nicht gibt, aber geben soll.
Eine kritische Fanmasse – die sich auch politisch in Prozesse mit einbringt – wirkt in diesem Zusammenhang eher störend. Vielmehr sollen die aktiven Fans fahnenschwenkend eher als Rahmen dienen für den/die „ideale ZuschauerIn“, die als gerngesehene KonsumentInnen in den Séparés oder Business-Seats umgarnt werden. Immer schneller dreht sich in letzter Zeit der Kreisel des Marketings: Ob ein Getränk mit dem Namen „Kalte Muschi“ als offizieller Vereinssponsor; eine Loge, wo bei jedem Tor eine Tänzerin die „Hüllen fallen lässt“ (welches beides ganz klar gegen die Leitlinie des Vereins gegen Sexismus im Stadion verstößt) oder immer neuere Werbeformen im Stadion (Blau.de). Der Verein lotet anscheinend gerade immer wieder neu aus, wie weit er dieses Spiel der kompletten Vermarktung noch treiben kann. Mit „not established since 1910“ hat das schon lange nichts mehr zu tun – dieser Satz verkommt immer mehr zu einer Farce.

Wir stellen uns dieser Entwicklung entschieden entgegen: Wir wollen einen Verein, der sich wieder nach den Bedürfnissen der Fans richtet und sich zu den gemeinsam beschlossenen Leitlinien klar bekennt, ohne sie immer weiter zu umschiffen. Für uns ist jedoch wichtig, die „Schlacht“ nicht nur im Stadion, sondern auch auf der Straße zu führen. Kämpfe um gemeinsame Werte und Ideale lassen sich nun mal nicht allein im Stadion austragen und gewinnen. Entern wir das Stadion! Entern wir die Straßen!
Die „Sozialromantiker“ haben es geschafft, in wenigen Tagen über 3.700 Menschen für ihre Petition zu sammeln und hinter dem Symbol des Jolly Rouge und dem dazugehörigen Slogan „Bring Back Sankt Pauli!“ noch viel mehr Menschen hinter sich zu vereinen. Wie heißt es so schön in der Petition: „Die Zeit der Treffen ist vorbei. Es reicht!“ Lasst uns diese ungeahnte Energie nutzen und gemeinsam nach dem Unmöglichen greifen:
BRING BACK SANKT PAULI! JETZT ODER NIE!

RECLAIM YOUR VIERTEL
Für uns ist jedoch wichtig, die Entwicklung um den Verein nicht getrennt von den Veränderungen im Stadtteil zu sehen. Für uns ist dabei der Stadtteilverein untrennbar mit seinem Viertel verwoben.
Ob nun die Auseinandersetzungen um die Hafenstraße, die Räumung des Bauwagenplatzes Bambule im Karoviertel oder der geplante Neubau des Sport-Doms in den 90ern: Die Proteste wurden immer von dem Stadion in den Stadtteil und auch umgekehrt vom Viertel ins Stadion getragen, wie z. B. die nicht ganz unbekannte Flagge mit dem Totenkopf. Gravierende Veränderungen im Viertel waren auch immer im Stadion zu spüren. Die StadionbesucherInnen waren dabei auch immer ein Querschnitt aus den BewohnerInnen des Viertels, worauf auch der Verein immer stolz war.. Gerade heute lässt sich eben nicht nur für den FC Sankt Pauli feststellen, dass der Verein zunehmend kommerzialisiert wird. Auch der Stadtteil ist einer verstärkten Veränderung „von oben“ ausgesetzt, ohne dabei die Menschen vor Ort mit einzubeziehen. So wie sich die Gesichter am Millerntor mit der Einführung der Logen und Business-Seats immer mehr verwandeln, verändert sich auch die Zusammensetzung der Leute, die auf Sankt Pauli wohnen. Besonders dieser Stadtteil wird immer weiter nach ökonomischen Kriterien „durchgestylt“. Menschen, die sich die explodierenden Mieten im „Szenekiez“ nicht mehr leisten können, werden einfach verdrängt. Insbesondere die Menschen, die den Stadtteil ausmachen und den Verein in den letzten beiden Jahrzehnten so stark geprägt haben, bleiben bei dieser Entwicklung auf Strecke: Viele von ihnen mussten schon umziehen oder können sich zunehmend ihre Mieten in „ihrem“ Stadtteil nicht mehr leisten. Aktuell wird dieser Prozess der Verdrängung an verschiedenen Großprojekten deutlich. AnwohnerInnen wehren sich zum Beispiel dabei entschlossen gegen das von Investoren geplante „Bernhard-Nocht-Quartier“. Auch die unmittelbaren NachbarInnen und Gewerbetreibende der sogenannten „Esso-Häuser“ sind von Plänen eines Großinvestors betroffen.
Ob die „Tanzenden Türme“, eine geplante St. Pauli Music Hall, das Riverside Hotel oder auch der leer stehende „Astra-Turm“: Für viele ist in dieser „schönen neuen Welt“ auf Sankt Pauli kein Platz mehr. Auch die in unmittelbarer Stadionnähe und seit 20 Jahren besetzte Rote Flora, in der auch Veranstaltungen aus der Sankt Pauli Fanszene stattfinden, scheint neuerdings mal wieder von einer Räumung bedroht.
Diese ganzen Entwicklung werden wir nicht mehr länger tatenlos hinnehmen. Für uns ist wie bei aktuellen Veränderungen des Vereins auch hier ein Punkt erreicht, an dem wir sagen: „Es geht einfach so nicht mehr weiter. Wir sagen Stopp!“
Wir wollen uns gemeinsam gegen den Ausverkauf von Sankt Pauli und einer Politik der Ausgrenzung entschieden entgegenstellen und setzen dem ein Recht auf Stadt für alle entgegen, unabhängig von Alter, Nationalität, Geschlecht, Aussehen oder Kontostand

BRING BACK SANKT PAULI – RECLAIM YOUR VIERTEL!
Aus diesen Gründen rufen wir am Samstag nach dem Spiel des FC Sankt Pauli gegen den SC Freiburg um 18 Uhr zu einer Demo vom Millerntor durch den Stadtteil Sankt Pauli bis zum „Bernhard-Nocht-Quartier“auf.
Seid dabei laut, entschlossen, kreativ, bunt und vielfältig. Lasst uns auch auf der Straße zeigen, wie viele wir sind! Lasst uns gemeinsam unter der Flagge des Jolly Rouge und mit ganzer Kraft am Samstag die fast erloschene Flamme Sankt Pauli neu zum lodern bringen!

Für unseren Verein und für unseren Stadtteil! Nur gemeinsam lässt sich dieser Kampf gewinnen!

Verschiedene AnhängerInnen des FC Sankt Pauli und StadtteilaktivistInnen

Termine, Termine, Termine …

… finden sich auf der Internetseite der Sozialromantiker-Ini. Außerdem können die Romantiker und Romantikerinnen Kohle gebrauchen, denn so‘n Protest kostet bekannterweise auch immer sogenanntes Geld – eine Bankverbindung findet ihr auch auf deren Homepage. Scheiß Kapitalismus, hoffentlich hat das bald ein Ende. Durchhalten, weitermachen. Es reicht!
Bring back Sankt Pauli

Nächster Zeckensalon 21.01.2011

Liebes Tagebuch,
unsere Fanszene ist nicht tot; aber sie lebt nicht nur vor sich hin, nee, sie bewegt sich auch. Und zwar mutig voran, die Fahne rot (natürlich mit braun-weiß drumrum ;) )! Denn der Sonder-Zeckensalon am letzten Freitag, den 7.1.2011, stoß auf großes Interesse. Ich fand das spitze, dass so viele Leute, genauso wie ich, offensichtlich das große Bedürfniss hatten, sich über die Unerträglichkeiten rund um unseren FC Sankt Pauli auszutauschen und gemeinsam zu überlegen: was tun?. Schön zu sehen, dass es nicht nur beim Gerede in Internet bleibt. Auch schön ist, dass der nächste Zeckensalon schon in zwei Wochen stattfindet, also diesmal am zweitletzten Freitag im Monat, den 21.01.2010 (und nicht am allerletzten Freitag wie üblich). Der Ort ist wie üblich der Fanladen (danke an euch) und die Uhrzeit ist 20h. Das ist wichtig, damit wir uns über die Geschehnisse beim Heimspiel gegen Freiburg austauschen und für das darauf folgende Heimspiel gegen Köln am Sonntag, den 29.01. noch große Pläne schmieden können. Mit Mut und Wut keinen Schritt zurück. Jetzt müssen wir am Ball bleiben, denn wir sind der Verein – und dass müssen die da oben kapieren, das werden wir denen schon beibringen.
Ich freu mich schon und hoffe, dass genauso viele Menschen aus so unterschiedlichen Kurven, Geraden und Zusammenhängen teilnehmen werden.