Archiv für April 2012

27.4. Infoveranstaltung zum neuen Solikaffeeprojekt für politische Fan- und Stadtteilinitiativen auf St. Pauli

Zeckensalon am 27.4. um 20 Uhr Fanladen St. Pauli: Roar für’s Viertel – para el barrio en resistencia

Solidaritätskaffeeprojekt für antirassistische Faninitiativen und Stadtteilprojekte auf St. Pauli

St. Pauli wird oft verbunden mit dem Roar. Dieser entwickelte sich in den achtziger Jahren auf der Gegengeraden im Millerntor und stand gleichermaßen für emotionale Begeisterung und Unterstützung bei Spielen des FC St. Pauli, wie für eine politische Haltung über den Verein hinaus. Der Kampf um die Hafenstraße, Hausbesetzungen, Antifaschismus oder der Widerstand gegen Kommerzialisierung waren Teil dieser Entwicklung. Der Support und auch der Stadtteil St. Pauli hat sich mit den Jahren gewandelt. Nach wie vor gibt es aber eine politisch aktive Fanszene, für die St. Pauli nicht nur Fußball bedeutet, sondern auch Alltag, soziale Kämpfe und politische Auseinandersetzungen um das Recht auf Stadt.

Dies soll Ende Mai mit einem Solidaritätsespresso aufgegriffen werden, der der Unterstützung von Politik und Bewegung im Stadion und Stadtteil dient. Das Projekt von Cafe Libertad Kollektiv wird in Zusammenarbeit
mit Fans und Stadtteilinitiativen organisiert um antirassistische Fanprojekte, politische Stadtteilarbeit auf St. Pauli und die Frage um das Recht auf Stadt zu fördern. Auf der Veranstaltung im Zeckensalon wollen wir das Projekt vorstellen und mit euch diskutieren, erzählen warum „fairer“ Kaffeehandel nicht unbedingt gerecht und solidarisch ist und über eine beteiligte Kooperative aus Honduras berichten, die sich vor Ort gegen ein Staudamm- und Tagebauprojekt wehrt.

Durch solidarischen Handel, den genossenschaftlichen Vertrieb und ein Schneeballsystem über Fanprojekte und Stadtteilinitiativen soll dabei möglichst viel der Einnahmen, Kleinbäuer_innen, opositionellen Genossenschaften im Herkunftsland, politischen Faninitiativen und Stadtteilprojekten zugute kommen. Damit verbunden sind z.B. bessere Rohkaffeepreise, als die „faire“ Regelung der TransFair-Siegelung vorschreibt. An TransFair wird sich nicht beteiligt, weil wir nicht in fragwürdige Werbekampagnen oder Vertriebsstrukturen wie Supermärkte „investieren“ wollen und uns die sozialen und politischen Rahmenbedingungen vor Ort wichtig sind. Wir unterstützen
Widerstandsbewegungen in Chiapas, Honduras und anderen Regionen und Ländern lieber direkt. Geplant ist oppositionelle Gruppen in den Produktionsländern mit 40 Euro-Cent pro kg Röstkaffee zu unterstützen.
Darüber hinaus sollen mindestens weitere 50 Euro-Cent pro kg Röstkaffee an Fan- und Stadteilinitiativen gehen. Alle die ein solches Projekt unterstützenswert finden, sind eingeladen es zu unterstützen und sich im Rahmen des Zeckensalons zu informieren.