28.02. Gefahrengebiet Fankurve – Über das komplizierte Verhältnis von Fußball, Fans und Polizei.

28.2.: Gefahrengebiet Fankurve – Über das komplizierte Verhältnis von Fußball, Fans und Polizei. Vortrag und Diskussion mit Jan Tölva* sowie einem Vertreter der braun-weißen Hilfe im Fanladen St. Pauli (20 Uhr).

Für viele Fußballfans ist die Polizei ein Feindbild und das nicht ohne Grund. Beleidigungen und der willkürliche Einsatz von Schlagstock und Pfefferspray gehören zum gefühlten Standardrepertoire der Bereitschaftspolizei. Fans, so scheint es, sind für die Polizei in allererster Linie ein Problem und erst in zweiter Linie Menschen. Immer wieder werden Fußballspiele zum Anlass genommen den Rahmen der Möglichkeiten bei der Einschränkung von Grundrechten noch ein wenig weiter auszureizen.

Es gibt jedoch auch die andere Seite. Die Beamt_innen der Bereitschaftspolizei müssen oft ausbaden was irgendwer hinter irgendeinem Schreibtisch weiter oben in der Hierarchie sich ausgedacht hat. Für Fußballfans sind sie oft in erster Linie Feindbild und erst in zweiter Linie Mensch. Sind wirklich alle Bullen Schweine oder liegt das Problem nicht doch eher anderswo? Bei der Politik etwa, die nicht unterscheiden kann zwischen Ultras und den Taliban. Oder bei den Vereinen und Verbänden, die um Umsätze und Gewinnmargen fürchten, denn immerhin ist Fußball ein Geschäft.

Es ist schwierig, über das Thema Polizei zu reden, wenn wir alle schon selbst Polizeigewalt zu spüren bekommen haben oder zumindest Zeug_innen waren, wenn andere verprügelt, eingenebelt oder mit drei Polizist_innen auf ihnen kniend am Boden fixiert wurden. Es ist schwierig, aber nötig.

*Jan Tölva ist freier Journalist, Soziologe und Fußballfan und lebt derzeit in Berlin.
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Die Ver­an­stal­tung wird in Ko­ope­ra­ti­on mit dem Fan­club­spre­cher­rat (FCSR) durch­ge­führt.